Matchbericht SV Dürrenroth vs. VBC Lyss Damen 2 - The Serve: Revenge of the Haunted Ball
The Serve: Revenge of the Haunted Ball
Ein Matchtag wie jeder andere… oder doch nicht?
Ein langer, dunkler und kurviger Weg führte uns durch keine Ahnung wo, vorbei an keine Ahnung was.
Aus dem Fenster konnte man nach keine Ahnung wem Ausschau halten.
Orientierung wird sowieso überbewertet. Hauptsache, wir finden die Halle.
Heute hatten wir dieses Gefühl, dass wir nicht alleine sind.
Die Vorstellung war sehr präsent, dass irgendwo irgendjemand lauern könnte, nur um uns zu beobachten ...
um unsere einmalige Taktik zu entschlüsseln … und unsere dunkelsten Geheimnisse ans Licht zu bringen.
Zum Glück bin ich nicht abergläubisch.
Deshalb habe ich zuhause noch etwas Salz verschüttet und jeder schwarzen Katze auf dem Weg
zum Treffpunkt freundlich gewunken… was soll’s.
Das Spiel liegt schliesslich an uns und nicht daran, ob wir den linken oder rechten Socken zuerst anziehen.
Das unsere Nummer 13 heute nicht dabei war, hatte übrigens mehr Alltags- als mystische Gründe.
Jetzt fragt sich manch einer bestimmt: Soll man das Schicksal wirklich herausfordern? Gerade heute?
Das wird sich zeigen...
Als wir ankamen war es draussen längst dunkel und die Glasfront machte aus der Halle regelrecht eine Bühne.
Man konnte nie ganz sicher sein, ob da draussen nicht doch jemand... oder welche... zuschauten…
Der Start war zäh. Nicht einfach nur „ein bisschen holprig“ – eher so, als hätte die Halle selbst kurz den Atem angehalten.
Der Ball kam, der Ball ging, aber nichts fühlte sich leicht an.
Jeder Fehler schien irgendwo registriert zu werden, jeder Ballwechsel ein Test unserer Nerven.
Dazu das Gefühl von ein paar zusätzlichen Augen verfolgt zu werden...
Nicht wirklich sichtbar. Natürlich nicht.
Aber spürbar.
Als würde irgendwo im Dunkeln jemand stehen, regungslos, nur beobachtend. Wartend... hypnotisierend...
Manchmal schien der Ball kurz zurückzuschauen, bevor er weiter flog. Fast, als hätte er seinen eigenen Plan.
Die Gegnerinnen schenkten uns nichts.
Unberechenbare, unangenehme Bälle, die man nicht bestellt hatte und trotzdem geliefert bekam.
Kurz dachte man: Das ist genau der Moment im Horrorfilm, wo die Hauptfigur merkt, dass sie nicht alleine ist... oder das die runde fliegende Kugel jetzt dringend einen Exorzismus braucht.
Doch irgendwann riss etwas.
Vielleicht der Bann. Vielleicht einfach unsere Geduld.
Wir fanden den Rhythmus, zogen davon, Punkt für Punkt, als würden wir dem Schatten endlich entkommen.
Und plötzlich stand da dieses klare 25:13. Es war fast zu deutlich, um an einem Freitag dem 13. wirklich vertrauenswürdig zu sein.
Aber natürlich war es nicht vorbei.
Es ist nie vorbei, wenn man denkt, es sei vorbei.
Der zweite Satz fühlte sich an wie der Teil des Films, in dem der Verfolger näher kommt.
Man hört ihn nicht, man sieht ihn nicht, aber er ist da.
Jeder Punkt ein Schritt, jede Rally ein Blick über die Schulter.
Immer dicht hinter uns, als würde das Spiel uns absichtlich einschüchtern wollen.
Die Halle wirkte enger, die Luft schwerer.
Und man konnte denken: Vielleicht sind die Augen im Dunkeln nur neugierig…
oder sie wollten einfach nur sehen, ob wir auch dieses mal liefern können.
Und ja, wir konnten und setzten uns ab. 25:18.
Kein Befreiungsschlag, eher ein hastiges Zuschlagen der Tür, bevor etwas durchkommt.
Im dritten Satz hatten wir plötzlich wieder die volle Kontrolle.
Fast schon unheimlich ruhig.
Zu ruhig.
Ein Vorsprung baute sich auf, klar, stabil, als hätten wir den Ausgang gefunden.
Doch kurz vor Schluss… ein kleiner Einbruch.
Dieser klassische Moment: Es wird leiser, fast still.
Man denkt, der Spuk ist vorbei.
Und genau dann knarrt irgendwo ein Bodenbrett. Man stolpert über die eigene Nervosität.
Aber diesmal kein Plot-Twist. Kein letzter Jump-Scare am Netz.
25:12.
Wir hatten gewonnen.
Nur der Ball blieb zurück… wartete grinsend auf das nächste Spiel und den nächsten Aufschlag.
Was hier steht?
Vielleicht wahr. Vielleicht Fiktion und ein Streich unserer Fantasie.
Und was nicht steht… nun ja, das bleibt das bestgehütete Geheimnis der Halle.
Autor: maike
Etwas/Jemand
Das Team bestimmt Etwas/Jemand zum "Most Valuable Player" (englisch für wertvollste/r Spieler/in) weil: ... es heute eher die "Most Vigilant Presence" (englisch für Wachsamste Präsenz) war, welche im verborgenen blieb, alles sah und vielleicht sogar uns oder den Ball beeinflusste.
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