Matchbericht VBC Lützelflüh vs. VBC Lyss Damen 2 - Vorsicht – nichts für schwache Herzen
Vorsicht – nichts für schwache Herzen
„Achtung! Personen mit schwachem Herz dürfen diesen Match nur mit eigenem Defibrillator besuchen!“
So stand es an der Hallentür. Ein schlechter Scherz? Vielleicht.
Die alte Dame, die das las, hiess Hildegard – und sie liess sich davon nicht beeindrucken. Heute spielte der VBC Lyss gegen Lützelflüh. Und wenn Hildegard die Wahl hat zwischen Bingo im Altersheim und einem vielversprechenden Volleyball-Krimi, dann ist die Sache klar.
Langsam füllten sich die Holzbänke. Die Zuschauer rückten zusammen, die Stimmung stieg – und auch bei den Spielerinnen machte sich Nervosität breit. Schon bei der Auslosung fürs Anspiel wurde es dramatisch: Ein Seitenwechsel sei nicht gestattet? Unsere Capitainin war kurz davor, Schnappatmung zu bekommen. Mit Hartnäckigkeit, Charme und einem Blick, der keinen Widerspruch duldete, überzeugte sie Schiedsrichterin und die gegnerische Capitainin vom Gegenteil. Krise abgewendet. Puls hoch.
Dann ging’s los.
Satz eins war ein Schlagabtausch auf Augenhöhe. Lange Ballwechsel, mutige Angriffe, spektakuläre Rettungsaktionen. Niemand schenkte irgendwem auch nur einen Millimeter. Beim Stand von 24:24 war selbst Hildegard kurz versucht, ihren Puls zu zählen. Doch Lyss blieb cool – 26:24. Satz eins gehört uns.
Im zweiten Satz wurde es nicht ruhiger. Im Gegenteil.
Die Ballwechsel wurden noch länger, die Fehler noch ärgerlicher – und die Nerven noch dünner. Besonders bei unserem Trainer. Nicht mehr der Jüngste, aber mit Herzblut dabei, stand er phasenweise kurz vor dem eigenen Herzinfarkt. Mit deutlich hörbaren, sichtlich nervösen – sagen wir – sehr klaren Worten machte er der Mannschaft verständlich, was er von halbherzigen Aktionen hielt. Die Botschaft kam an. Laut und deutlich.
Hildegard hielt sich inzwischen an der Bank fest. „Das ist nichts für mein Alter“, murmelte sie – ohne eine Sekunde wegzuschauen.
Bei 24:22 machte Lyss den Deckel drauf. Zwei Sätze vorne. Durchatmen? Von wegen.
Denn im dritten Satz hätte alles kippen können. Würde Lützelflüh noch einmal alles riskieren? Würde Lyss nervös werden? Die Halle war angespannt, als warte sie auf den nächsten dramatischen Wendepunkt.
Doch diesmal blieb das grosse Zittern aus. Lyss spielte konzentriert, souverän und liess keinen Zweifel mehr aufkommen. Kein Fotofinish, kein 24:24, kein medizinischer Ernstfall.
Am Ende stand ein verdienter Sieg.
Und Hildegard?
Sie verliess die Halle langsam, zufrieden – und mit dem festen Entschluss, das Bingo nächste Woche sausen zu lassen. Gegen so einen Match kommt selbst ein Sechser mit Zusatzzahl nicht an.
Autor: Nr. 9
Dina
Das Team bestimmt Dina zum "Most Valuable Player" (englisch für wertvollste/r Spieler/in) weil: Sie verteidigte unsere Hallenseite und behielt bei den Anspielen in beiden Satzbällen die Nerven.
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